IKMMA 2005
Ein Rückblick von Nicholas Grüber.
Die zweite Edition der zweijährig stattfindenden Internationalen
Katarzyna Mycka Marimba Akademie, kurz IKMMA, war auch dieses Jahr
wieder in Wroclaw (einst Breslau) zu Gast. Die aufstrebende Stadt
im Südwesten Polens bot den 32 aktiven Teilnehmern aus 13
Ländern neben Proben, üben und Konzerten auch Kulturelles
und Geschichtliches. Außerdem ist die Stadt mit allen Verkehrsmitteln
einfach zu erreichen.

Die Vorbereitungen vor Ort übernahm Jacek Wota (Professor
für Percussion an der Musikakademie Wroclaw), auf den zum
zweiten Mal vollsten Verlass war, sodass alle Anwesenden die Zeit
in der Musikakademie genießen konnten.
Die vier Professoren Katarzyna Mycka (Polen/Deutschland), Momoko
Kamiya (Japan), Bogdan Bacanu (Österreich) und Jacek Wota
(Polen) hatten mit dem täglichen Einzelunterricht, sowie Kammermusikproben
alle Hände voll zu tun. Aber auch die jungen Musiker nutzten
das Angebot voll aus: Dank der Unterstützung der Marimbahersteller
ADAMS, Marimba One und YAMAHA standen insgesamt 26 Instrumente
14 Stunden am Tag bereit: Von morgens 8:00 Uhr bis abends um 22:00
waren sämtliche Räume ausgebucht.Wer gerade nicht übte,
besuchte den Einzelunterricht anderer Teilnehmer oder suchte im
IKMMA-eigenen Musikshop nach neuem Notenmaterial, Schlägeln
oder CDs. Die Verkaufsartikel wurden freundlichst zur Verfügung
gestellt von Herbert Brandt Percussion Versand, Norsk Musikforlag
und Ineke Busch Verlag.

Unterstützung von Norsk Musikverlag konnten neben den bekannten
Stücken (z. B. R. Pawassar's "Sculpture in Wood" und
Tangos von Astor Piazzolla) auch neue Werke erarbeitet und präsentiert
werden; David Friedman's "Hand Dance" und Libor Simaís
(ein neuer Name für die Marimba Welt!) "The Blues Thing" (beides
Quartette), sowie auch die neuen Duos "Brasilian Fantasy" (Ney
Rosauro) und Matthias Schmittís "2Gather". All
diese Stücke fanden bei Studenten und Publikum gleich guten
Anklang.
Die extra eingeladenen Komponisten Eckhard Kopetzki und John Thrower
waren auch zur Stelle wenn Rat bentigt wurde und stellten neu komponierte
Werke vor. Eckhard Kopetzki gab für zwei Tage Einzelunterricht,
bei dem die Teilnehmer die Möglichkeit hatten die Stücke
des Komponisten so einzustudieren, wie dieser es sich beim Schreiben
auch vorgestellt hatte.
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Die Präsentationen der erarbeiteten Stücke
fanden jeden Abend in der Musikakademie Wroclaw statt, wobei auch
drei Auswärtskonzerte gegeben wurden: im Botanischen Garten
und Oratorium Marianum in Wroclaw und als besonderes Highlight die
Konzerte in der Sudetenphilharmonie in Walbrzych (einst Waldenburg).
Ein Kinder- und ein Abendkonzert vor fast ausverkauftem Hause wurden
vom begeisterten Publikum herzlich aufgenommen. Untermalt wurde dieser
Tagesausflug mit einem Mittag- und Abendessen, bei dem das Menu aus
traditionellen polnischen Köstlichkeiten zusammen gestellt war.
Bei diesen allabendlichen Konzerten wurden viele bekannte
und auch neue Stücke dargeboten; ein besonderes Erlebnis aber
war es, wenn die Professoren die Bühne betraten: Katarzyna Mycka
und Momoko Kamiya gaben zusammen mit der polnischen Sopranistin Agnieszka
Drozdzewska die Europapremiere des Werkes "Just One World" von
John Thrower im Oratorium Marianum in der Universität Wroclaw
- ein Stück das nicht nur die Teilnehmer der Akademie begeisterte,
sondern alle Besucher des Konzerts zutiefst bewegte - ja sogar der
Komponist selbst war bis ins Innerste berührt.

Neben dieser Europapremiere gab es - wie schon bei der IKMMA 2003
- auch eine Weltpremiere: Miroslaw Gasieniec - ein Komponist aus
Wroclaw - hat sein "Capriccio" für zwei Marimbas
Prof. Jacek Wota gewidmet, der in Begleitung von Katarzyna Mycka
das neue Werk in Wroclaw und in Walbrzych präsentierte.
Ein besonderes Augenmerk legt die Gründerin Katarzyna Mycka
bei der IKMMA, neben dem Einzelunterricht, auf die Kammermusik: "Durch
die gemeinsamen Proben lernen die Studenten sehr viel und diese
Art von Musik gibt auch die Möglichkeit ein vielseitigeres
Konzertprogramm zusammenzustellen. Auch eine soziale Komponente
hat die Kammermusik: Teilnehmer aus den verschiedensten Ländern
und Kulturen musizieren gemeinsam und kommen sich so auf spielerische
Art und Weise näher.
Alles in allem waren die zehn Tage der IKMMA 2005 ausgefüllt
mit harter Arbeit, die trotzdem mit viel Spaß und Freude
verbunden war.Es wurden Freundschaften geschlossen, die den Grundtenor
bei der Verabschiedung angaben: "Bis zum nächsten Mal
bei der IKMMA 2007!"

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